Kupplung

Wieso sollte es mit der Kupplung einfacher sein als der Rest? Hätte mich auch gewundert.

Laut Internet gibt’s genau eine Kupplung in 10″ für den 318er Motor. Zwar von zig verschiedenen Herstellern aber eben nur eine. Da kann ja nix schief gehen dachte ich mir…. dachte ich auch nur.

Also das Ding ankam war ich erst mal happy…. die Verzahnung der Kuppungsscheib passt. Größe der Scheibe, der Druckplatte und auch das Gehäuse… alles prima. Nur die Befestigungslöcher des Gehäuses sind irgendwo, nur nicht da wo die alten im Schwungrad sind.

Also… folgende Optionen… Kupplung zurück schicken und anderen Hersteller probieren (da ist der Versand in die USA schon teurer als die ganze Kupplung); neue Schwungscheibe (die kostet Unmengen … das ist mir der Spaß auch nicht wert) … doch dann habe ich im Shop Manual gesehen, dass die früher auch einfach die Kuppungen zerlegt und überholt haben. Da hab ich mir gedacht, was die damals konnten, kann ich heute auch.

Aus Ermangelung an Spezialwerkzeug flux eins selbst gebaut 🙂

Dazu habe ich das Reststück, das übrig bleibt wenn man aus der Arbeitsplatte ne Spüle aussägt benutzt. Wollte was stabiles, weil ich keine Ahnung habe, wie viel Dampf auf den Federn ist.
Anschließend beide Lockkreise nebeneinander angezeichnet und durchgebohrt. In den Lochkreis für die Originalkupplung die Gewindestäbe gesteckt und von unten mit Scheiben und Muttern gesichert, von oben die Platte drauf und leicht mit Muttern festgezogen.

Wichtig!!! Dann gucken, wir groß der Abstand der Druckplatte zur Arbeitsoberfläche ist und aufschreiben. Hinterher muss man die neue auf die gleiche Höhe einstellen, sonst wird das mit dem Anpressdruck nix und vor allem auch darauf achten, das die Druckplatte nicht eiert… aber dazu später.

Die angekörnten Muttern gehen leichter auf als man denkt. Nach ein paar Umdrehungen senken sich die Hebel ab und man hat die Muttern in der Hand. Dann lastet der gesamte Druck auf den Gewindestangen. Merkt man auch, wenn man die löst. Was vorher handfest war geht jetzt mit dem Schlüssel ziemlich schwer. Habe über kreuz immer 7-10 Windungen gelöst bis der Druck weg war. Dann kann man das ganze Ding leicht auseinander nehmen.

Das selbe mit der neuen Platte… nur hatte diese oben Schweißpunkte zur Sicherung statt Körnungen, also den Dremel raus geholt… war dann auch kein Problem.

Anschließend aufgepasst das die Federn nicht raus fallen, die sind nämlich unterschiedlich lang und stark, Interessanterweise gab’s früher laut Handbuch für jeden Motor mit jedem Getriebe und jeder Achsübersetzung andere Federn… heute gibt’s eine Kupplung für alle 318er von 64-70…. seltsam, oder?
In der alten waren auch 12 Federn, in der neuen nur 9 … was soll’s denke ich mir, das wird schon und alles wieder zusammen geschraubt.

Blöderweise packen die Muttern nicht an den Bolzen an, wenn der Deckel komplett unten ist, also habe ich alles noch mal gelöst und die alte Kupplungsscheibe drunter gelegt. Dann ging’s ziemlich einfach.

Muttern so gut es geht gleichmäßig festziehen, Gehäuse lösen und die alte Kupplungsscheibe entfernen.

Dann habe ich die Platte wieder handfest auf die Arbeitsplatte montiert und mit einer Fühlerlehre den vorher gemessenen Abstand an den drei Muttern eingestellt. Zur Sicherheit noch jeweils einen Schweißpunkt drauf und das war’s.

Ob’s klappt wird die Praxis zeigen, wenn alles wieder zusammen ist.